Andere Länder - andere Sitten. Wie feiert man eigentlich in anderen Teilen der Erde Hochzeit, wie zum Beispiel in Südamerika?
Endlich ist er da – Teil 2 unserer mehrteiligen Reihe zum Thema „Hochzeitsbräuche aus aller Welt“! Nachdem sich Teil 1 noch den türkischen Hochzeitsbräuchen widmete, dreht sich Teil 2 nun um Hochzeitsbräuche aus Brasilien. Brasilien ist das größte Land Südamerikas, Brasília seine Hauptstadt.
Teil 2: Die brasilianische Hochzeit
Ein ganz besonderer Abend ist in Brasilien der Junggesellinnenabschied, der sogenannte „Chá de Panela“. An diesem Abend entstehen nicht selten Erinnerungsfotos, die der Braut am nächsten Tag möglicherweise unangenehm sein könnten. Alkohol in rauen Mengen spielt dabei natürlich eine keine unwesentliche Rolle. Die eingeladenen Freundinnen beschenken die Braut mit kleinen, gut verpackten Geschenken, die meist Haushaltsgegenstände enthalten. Die Braut soll nun bei jedem Geschenk erraten, was sich darin befinden könnte. Errät sie den Inhalt, darf sie das Präsent einfach auspacken. Liegt sie jedoch dreimal falsch, muss sie dafür ein Kleidungsstück ausziehen und einen Schluck Alkohol trinken. So kommt es nicht selten vor, dass die Braut am Ende des Abends splitternackt in der Runde steht und nur noch eine Schärpe mit der Aufschrift „Gut, dass du morgen heiratest“ trägt. Die Tatsache, dass die Braut sich bemüht, an diesem Abend besonders viele Kleidungsstücke übereinander anzuziehen, hilft ihr dabei häufig auch nicht weiter. Alles in allem ist der Junggesellinnenabschied in Brasilien ein wirklich lustiger Mädelsabend, an den mehr oder weniger peinliche „Beweisfotos“ noch lange erinnern werden.
Der Junggesellenabschied des Bräutigams, der „Chá de Bar“ genannt wird, läuft recht traditionell ab. Der Bräutigam und seine Freunde betrinken sich und engagieren in der Regel eine Stripperin, die zur Erheiterung der Männerrunde beiträgt. Der Bräutigam wird von seinen Freunden üblicherweise mit alkoholischen Getränken beschenkt, die seine Hausbar komplettieren sollen.
Wie in Deutschland ist es auch in Brasilien üblich, dass die Braut ein weißes Brautkleid und der Bräutigam einen schlichten Hochzeitsanzug trägt. Vor den Altar schreitet die Braut traditionell am Arm ihres Vaters, während Blumenkinder Blumen streuen. Nach der Zeremonie werfen die zumeist sehr elegant gekleideten Gäste Reis auf das Brautpaar, wenn es die Kirche verlässt.
Auch in Brasilien werden Hochzeitsfeiern in großem Stil zelebriert. Gefeiert wird in einem großen Saal, weil oftmals über 200 Gäste geladen sind. Für das leibliche Wohl sorgt in der Regel eine engagierte Catering-Firma. Truthahn wird in Brasilien eigentlich auf jeder Hochzeit serviert. Die Hochzeitstorte wird vom Brautpaar persönlich angeschnitten. Dabei schneiden sie die Torte nicht selten von unten nach oben, was symbolisieren soll, dass es im Leben von nun an bergauf gehen soll. Schließlich wird – wie auch in Deutschland üblich – der Brautstrauß geworfen. Die Fängerin des Straußes wird die nächste Braut sein. Die Hochzeitsfeier, die meist bis zum frühen Morgen andauert, wird selbstverständlich von Live-Musik begleitet. Einige Paare starten bereits während der Feier in die obligatorischen Flitterwochen.
Zu Teil 1 der Reihe “Hochzeitsbräuche aus aller Welt” geht es hier lang: Hochzeitsbräuche Türkei
